Zwischen Abgezocktheit und Lethargie

2 Kommentare

Wenig Erbauliches lieferten zuletzt die EWE Baskets Oldenburg ab. Wir schauen, ob schon Grund zur Panik besteht oder die Baskets die Kurve noch kriegen werden.

Nach der tollen und unerwarteten Meisterschaft war die Euphorie und der Stolz auf die Mannschaft in Oldenburg groß. Die Erwartungen an die neue Saison dürften sich an den Erfahrungen der letzten Saison orientiert haben: Eine Mannschaft, die voller Selbstvertrauen ihren Stiefel runterspielt, immer wieder für eine positive Überraschung gut ist und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Der Saisonbeginn entsprach diesen Erwartungen, gleich das erste Euroleaguespiel in Gdynia wurde gewonnen und die Baskets schienen den Fans weiteren Grund zur Freude geben zu können.  Doch mit der Verletzung von Jason Gardner kam schleichend ein Bruch in die Leistungsstabilität der Baskets.

Seltenes Highlight: Halbzeitführung in Athen

Zunächst wurden die Euroleaguepartien noch knapp verloren, auswärts präsentierten sich die Baskets aber bereits immer schwächer, verloren bis heute 5 ihrer 6 Partien in fremden Hallen. Parallel zu den derben Packungen gegen Real Madrid und bei Panathinaikos Athen dominierte man zuhause dann die Gegner. In dieser Phase verletzte sich auch noch Rickey Paulding.

In den folgenden Spielen gab es nicht viel zu holen, was aber nicht zwingend an fehlenden oder angeschlagenen Spielern lag, zudem mit Bryan Bailey ein guter Ersatz für Gardner nachverpflichtet wurde. Die Abgezocktheit und Ruhe, die die Baskets in der Bundesliga auszeichnet hatte, wirkte zuweilen lethargisch und energiearm.  Beispielhaft das Euroleague-Rückspiel gegen die Polen aus Gdynia, was durch seichte Pässe und vergebene einfache Punkte geradezu abgeschenkt wurde. Einige Spieler kommen derzeeit nicht an die Form der letzten Saison heran. In der Liga hielt man sich zuhause zwar weiter schadlos, auswärts und in der Eurloeague gab es weitere empfindliche Schlappen. Kritikpunkt immer öfter: fehlender Einsatz und Einstellung.

So richtig läufts nicht

Doch jetzt schwarz zu malen wird den Baskets sicher nicht gerecht. Zwar stellte wir hier anfangs der Saison die Frage, ob eine Blutauffrischung nötig gewesen wäre, doch sehe ich derzeit diese These noch nicht bestätigt. Die Euroleague-Einsätze scheinen tatsächlich einiges an Kraft gekostet zu haben, was die vielen im letzten Viertel verlorenen Spiele zeigen. Wenn diese Kraft wieder da ist und eine gewisse Galligkeit und Lust zurückkommt, dann werden die derzeit etwas blutleeren Baskets auch wieder auswärts bei den Mannschaften bestehen, die jetzt das Spiel des Jahres gegen den amtierenden Meister bestreiten und den natürlich schlagen wollen. Dieses psychische Plus fehlt derzeit den Oldenburger Korbjägern, bringt derzeit wohl nur der Auftritt vor den eigenen Fans.

Wenn Stützen wie Gardner, Paulding oder Majstorovic wieder ihre normale Form erreichen wird es wieder aufwärts gehen. Dies wird schlimmstenfalls, bedingt durch die Euroleague, erst Ende Januar der Fall sein. Viele “wenns” zwar, aber noch hat der Patient EWE Baskets meiner Meinung nach gesundes Blut, es muss “nur” wieder in Wallung kommen.

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  1. ist doch wieder alles im lot:-)

  2. Das war natürlich ein Klasse-Doppelschlag. Einfach nur, weil die Euroleague pausiert?

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