Neuer Vorstand für den nächsten Schritt

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Logo des VfB OldenburgAls ich die Nachricht vom Wechsel des Vorstandes beim VfB Oldenburg hörte war ich zunächst einmal geschockt. Da sich ein solcher Wechsel in keiner Form angedeutet hatte klang die Meldung der NWZ zunächst einmal beunruhigend. Doch mit dem jetzt detailierteren Wissen sieht das schon ganz anders aus.

Die erste Assoziation angesichts der knappen Meldung “VfB tauscht Führungspersonal” war zunächst keine Gute: Die haben Mist gebaut und werden schnellstmöglich abgesetzt! Schwer vorstellbar zwar, aber von einem geordneten Rückzug hätte man doch schon vorher etwas gehört? Eine Pressekonferenz am vergangenen Freitag sollte aber positive Klarheit bringen.

Der 1.Vorsitzende Frank Lachmann sowie seine Vorstandskollgen Stephan Wulf und Jörg Rosenbohm geben ihre Ämter mit sofortiger Wirkung ab. Neuer 1. Vorsitzender wird Hans-Jürgen Klarmann, im Vorstand sind weiter noch Jens Lükermann und Bernd Wülbers. Wulf (Aufsichtsrat) und Rosenbohm (Geschäftsführer) bekleiden aber weiter Positionen beim VfB. Und die Begründung gab es gleich obendrauf: Persönlicher Aufwand und Belastung wären über die Jahre enorm gewesen. Auch die Überlegung, wie man den VfB weiter bringen könnte, spielte eine Rolle.

Scheidender Vorstand belebte den VfB wieder

An dieser Stelle gebührt zunächst dem scheidenden Vorstand zuallererst ein großer Dank ehe auf den neuen eingegangen werden soll. Als sie den Verein im Januar 2005 übernahmen war der VfB ziemlich am Boden. Zwar war die Insolvenz bereits vorher abgewendet worden, der Traditionsverein aber trotzdem ziemlich leblos. Emotionsloses Gekicke auf dem Platz, eine vegetierende Jugendabteilung und ein vernachlässigter Unterbau. Dazu muss der VfB in den Jahren davor viele Sponsoren verärgert und verprellt haben. Keine dankbare Aufgabe.

Doch der neue Vorstand, zunächst aus Lachmann und Rosenbohm bestehend,  nahm diese Herausforderung an. Die ersten Neuverpflichtungen schlugen ein und der neue Trainer Joe Zinnbauer konnte sein Team zu einer vielversprechenden Rückrunde führen. Und wenn es für die Blau-Weißen Anhänger in den kommenden Jahren immer noch so manchen Anlaß für Tränen geben würde: Beim VfB ist seitdem wieder Leben drin.

Die sportliche Bilanz fällt nach viereinhalb Jahren dementsprechend lebendig aus: Zunächst scheiterte man zweimal knapp am Aufstieg, ehe es dann doch klappte. Durch die Ligenzusammenlegung musste der VfB trotz einer guten Platzierung aber wieder absteigen. Dann im Sommer das erneut bittere Scheitern in den Aufstiegsspielen. Der Fußballgott war in den letzten Jahren wohl zumeist andernorts beschäftigt.

So reanimiert wie der VfB sich auf dem Platz in den letzten Jahren präsentierte stellte er sich auch abseits davon dar. Der Sponsorenkreis wurde deutlich erweitert, die zweite Mannschaft ist wieder ein ernstzunehmender Talentepool, das Jugendleistungszentrum sowie ein verbessertes Trainingsareal wurden geschaffen. Dazu kommen Familienfest, VfB-TV, Liveticker, öffentliche Pressekonferenz und sicher eine Menge mehr. Viele der zuletzt genannten Dinge gehen natürlich nicht vom Vorstand direkt aus. Die Aufbruchsstimmung, zeitweise gar Euphorie, die Emotionen und die verbesserte Wahrnehmung des VfB haben aber viele andere motiviert sich für ihren Verein zu engagieren. Die Bilanz des alten Vorstandes ist also durchaus stolz, wenn gleich der große sportliche Erfolg ausblieb.

Die Veränderungen

Nun möchten Wulf und Lachmann sich auf andere Aufgaben konzentrieren. Doch dies nicht ohne ein bestelltes Feld in Form von Nachfolgern und einer neu geschaffenen Position zu präsentieren. Und dies sind Veränderungen, die den VfB durchaus weiter voranbringen können.

Zunächst einmal bleibt Jörg Rosenbohm dem VfB Oldenburg weiter in überaus aktiver Funktion erhalten. Der ehemalige Ohmsteder übernimmt den neugeschaffenen hauptamtlichen Geschäftsführerposten. Rosenbohm entwickelte sich immer mehr zum Gesicht des VfB und kann sich dem Verein nun mit voller Energie widmen. Sicherlich begrüßenswert.

Erster Vorsitzender wird Hans-Jürgen Klarmann. Der CDU-Politiker sitzt im Stadtrat und im Aufsichtsrat der Weser-Ems-Halle. Beruflich ist Klarmann Mineralölkaufmann. Für ihn dürften die Hauptaufgabe vor allem die Lobbyarbeit sein. Die Interessen des VfB könnten durch ihn innerhalb der Stadt noch besser vertreten werden. Auch gegenüber möglichen neuen Großsponsoren dürfte er durchaus etwas erreichen können, soll hier mit Sicherheit die Seriösität verkörpern.

Weiter neu im Vorstand ist Jens Lükermann, Geschäftsführer einer großen Oldenburger Online-Druckerei. Er bringt Erfahrung mit wie man ein Unternehmen zielstrebig und mit kreativen Mitteln aufbaut. Für ihn gilt zudem, dass er wahrscheinlich das größte VfB-Herz im neuen Vorstand besitzt und somit einiges in die Waagschale werfen wird. Meine persönliche Lieblingspersonalie. Hier erhoffe ich mir Ideen und Planungen für die weiteren Schritte.

Dritter im Bunde ist Bernd Wülbers. Der Inhaber einer Versicherungsagentur ist für mich das unbeschriebenste Blatt im neuen Vorstand. Hier bin ich gespannt, welche Impulse er geben wird. Womöglich wird sein Schwerpunkt im finanziellen Bereich liegen.

Wo die neuen Besen kehren wollen

Ziel der Veränderungen, so Frank Lachmann gegenüber VfB-TV, war die Überlegung wie man den VfB weiter voranbringen könne. Durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer und die Vorstandsmitglieder mit interessantem Profil scheint dieses Vorhaben durchaus realistisch. Es sieht danach aus, als wolle sich der VfB weiter professionalisieren. Hauptaugenmerk der Arbeit wird darauf liegen wie man einen großen Geldgeber gewinnen kann um den Verein letzlich wieder dahin zu führen wo ihn alle neuen Vorstände bereits gesehen haben: Weit oberhalb der fünften Liga. An diesem Ziel müssen sich der neue und auch weiterhin der alte Vorstand messen lassen, da dieser Vorstandswechsel auch im “nächsten Schritt für den VfB” begründet war. Viel Erfolg!

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