Naivität beim VfL Oldenburg?

5 Kommentare

Die Wellen der Beluga-Insolvenz schlagen immer höher. Mittlerweile reißt es jedes Subunternehmen und jedes gesponsorte Projekt mit. Für den VfL Oldenburg eine Zeit des Hoffens und Bangens.

Mit Hochdruck arbeitet man derzeit beim VfL daran, dass die doch wohl vorhandenen Etatlöcher für die laufende Saison gestopft werden. Die hier im Raum stehenden 200.000 Euro werden wohl von Sponsoren aufgebracht. Doch eine weitere Frage steht im Raum: Wie geht es weiter?

Bis zum Donnerstag muss die Erstligalizenz beantragt werden. Und im Etat klafft eine Riesenlücke. War anfangs noch von 300.000 Euro Sponsorgeldern von Beluga die Rede, so wird branchenintern gemutmaßt, dass es sich um 400.000 bis 500.000 Euro handeln soll. Dass diese Vermutung wahrscheinlich ist zeigen die Überlegungen eben keine Lizenz zu beantragen.  Einen Anteil von etwa 30% hätte man durchaus mittels Einsparmaßnahmen und kleiner Zugaben einzelner Sponsoren abfangen können. Vielleicht hätte man dann keine Titel mehr in Oldenburg zu erwarten, aber immerhin Erstligahandball. Da mittlerweile potentielle Großsponsoren wie die EWE abgewunken haben sieht es nicht gut aus für die Handballerinnen, die sogar auf die Hälfte ihres Gehalts verzichten.

Sollte es so sein, dass der Anteil Belugas am Etat etwa 50% beträgt wäre das schon eine enorme Abhängigkeit und ein gewisses Risiko. Hier stellt sich die Frage, ob der VfL Oldenburg naiv gehandelt hat, als er sich in eine solche Abhängigkeit begab. Die NWZ unterstellt dies.

Aber kann man dem VfL wirklich Blauäugigkeit unterstellen? Es gibt einen Sponsorenvertrag, dessen Laufzeit man einplanen kann. Und Beluga hatte mittlerweile eine Größe bei der man von einer Stabilität ausgehen können sollte. Zudem die (leider manipulierten) Zahlen ja für jeden einzusehen sind. Naiv würde ich das Verhalten des Vereins also nicht nennen, sicherheits- und risikobewusst allerdings auch nicht. Zum Glück läuft das Internat auf eine eigens gegründete GmbH, so dass dem VfL hierdurch kein Schaden entstehen sollte.

In den letzten Jahren hat man beim VfL viel geschafft und die Mannschaft ist ein Aushängeschild des Oldenburger Sports. Für den VfL Oldenburg ist zu hoffen, dass er die Erstligalizenz beantragen und dort eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen kann.

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  1. donnervogel sagt:

    Ich habe zwar noch kein Spiel der Handballerinnen in der Arena gesehen, verfolge es aber auf oeins und in der PResse.

    Das sind die Nachteile des Sportsponsorings bzw. wenn es nur wenige gibt.
    Im Basketball mussten Köln und Leverkusen auch diese leidvolle Erfahrung machen.
    Schlimm, wenn man sich sicher glaubt und dann so etwas.

    Ich hoffe für den VFL, dass es irgendwie weitergeht.

  2. Wer hatte denn ahnen können wie es wirklich um Beluga steht.
    Jetzt heißt Daumen drücken für diese klasse Mannschaft! CeWe Color hat sich ja schon bereit erklärt das Sponsoring auszuweiten. Die Spielerinnen verzichten auf einen Teil des Gehalts. Hut ab!
    Am Sonntag heißt es alle in die EWE Arena! Playoff Viertelfinalhinspiel gegen Bayer Leverkusen!

  3. @Tim: Freut mich auch, dass sich was tut. Wenn die EWE gerade keine Rückzahlungen und Imagekrise zu bewältigen hätte würde sie sich bestimmt auch stärker engagieren.

    Der Link ist ja achon erschreckend. Wenn 2009 schon Gelder hin- und her überwiesen wurden ist schon eigenartig, dass das Kartenhaus erst jetzt zusammenbricht. Dafür aber umso lauter…

  4. Um Herrn Stolberg gleich zu entlasten: Die Vorwürfe des Spendenbetruges wurden nun offiziell entkräftet, es ist alles korrekt gelaufen.

    Mich würde echt interessieren wie sich das alles entwickelt hat. Wie Stolberg die Firma hochzog, wann er vielleicht überdreht hat etc. Vielleicht äußert er sich ja mal dazu. Vielleicht schreibt er ja ein Buch. Da er aber nun privat insolvent geht würde ich das erst in sieben Jahren herausbringen :)

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  1. Kraftakt des VfL Oldenburg wird belohnt - [...] des Schifflogistikers am Gesamtetat noch höher liegen. Hohe Werte, die eine Frage nach einer Naivität beim VfL Oldenburg durchaus …

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