Der 100.000-Euro-Psychotrick

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VfB Oldenburg Fußball

Vor dem wichtigen Spiel am Ostermontag gegen den TSV Ottersberg hat sich der VfB Oldenburg nun doch vorzeitig von Trainer Torsten Fröhling getrennt und die Doppelspitze Timo Ehle und Andreas Boll installiert.

Schwierige Entscheidung

Reichlich gegrübelt hat man beim VfB, insbesondere in den Köpfen vom Sportlichen Leiter Michael Richter und Vorstand Jens Lükermann rauchte es gehörig. Die Frage: Hat man alles getan das “100.000-Euro-Spiel” um den Einzug in den DFB-Pokal zu gewinnen? Letzlich entschieden sie sich doch noch für einen Trainerwechsel, nachdem erst vor kurzem das Ende des Kapitels Fröhling in Oldenburg zum Saisonende verkündet wurde. Vordergründig spricht man von einem “klar negativen Trend”. Die eigentliche Hauptmotivation bei dieser Entscheidung ist aber der kurzzeitige psychologische Effekt bei den Spielern nach einem Trainerwechsel. Doch ist mit diesem in diesem Fall überhaupt zu rechnen? Wird dieser Wechsel etwas bringen?

Der Psycho-Effekt

Fröhling selber verstand die Entscheidung nicht, befürchtete gar eine zusätzliche Verunsicherung der Spieler (“Nackenschlag”) nach dem Lizenzverzicht. Zu diskutieren ist der Trainerwechsel sicherlich, denn wann tritt der gewünschte psychologische Effekt meist ein? Dann, wenn das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer weitesgehend zerrüttet war. Dies ist aber, ohne Interna zu kennen, nicht der Fall gewesen.

Auch ein typische Voraussetzung für den Einsatz des Effektes: Der Trainer “erreicht die Mannschaft nicht mehr”. Also ein Nebeneinanderherleben wie in einer eingeschlafenen Ehe. Dies könnte schon eher der Fall sein. Herausragend energetisch wirkte Fröhling zuletzt nicht mehr, die Suche nach der richtigen Verteidigerformation wirkte leicht hilflos. Der Trainerwechsel als Impuls. Jeder kann sich bereits jetzt beim neuen Coach anbieten und sich durch einen guten Auftritt in dieser für den VfB so wichtigen Partie einen gehörigen Bonus verschaffen.

Abwehrleistung als Schlüssel

Neben dem Psychogedanken stellt sich für mich eine ganz andere Frage. Schaffen es Ehle und Boll in dieser einen Woche die Abwehr zu stabilisieren? Denn die haarstäubenden individuellen Abwehrfehler, die der VfB-Hintermannschaft in grausamer Regelmäßigkeit unterlaufen sind weniger psychischer Natur. An dieser Stelle bin ich vom Fußballlehrer Fröhling trotzs einer Beteuerungen man übe es immer wieder auch wirklich enttäuscht, denn er hatte viel Zeit um am Abwehrverhalten zu arbeiten. Meine Hoffung: Ehle erkennt als ehemaliger Abwehrspieler die besten Kandidaten für die Formation und paukte in dieser Woche grundlegende Verhaltensweisen im Stellungsspiel ein. Im Angriff haben wir erstmal kein Problem, gerade mit der Rückkehr von Tim Schwarz sind Tore nicht das Problem.

Auf nach Berlin

Zunächst war ich skeptisch ob dieser Wechsel einen positiven Effekt haben würde. Im ersten Moment wirkte es planlos, verzweifelt, wie der Griff nach dem letzten Strohhalm. Mittlerweile hat sich das geändert. Schaden wird der Wechsel (zumindest sportlich) nicht. Abgesehen vom Spiel am Montag kann sich Timo Ehle schon einmal “einarbeiten” und ich bin zuversichtlich, dass er ein paar wichtige Stellschrauben gedreht hat und der 100.000-Euro-Psychotrick Einzug in die Fußball-Psychologie-Bücher nimmt. Am Montag ab 15 Uhr wird es sich zeigen.

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  1. das Wetter passt schon mal. Ich erhoffe mir 1500 Zuschauer minimum…

  2. Das wird so wichtig. Wie geil wäre es gegen Bayern oder so zu spielen. Da muss man alles versuchen

  3. Wenn Ehle schlau ist, lässt er heute die Ersatzspieler ran. Heute gehts um nix, Montag ist wichtig!

  4. Ehle hats mit vielen Junge gemacht. Weiter so

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